Donnerstag, 13. Dezember 2018

Apfelwein selber machen

Einfache DIY-Anleitung. Selbst gemachter Apfelwein ist ganz einfach herzustellen. Mit wenigem Zubehör kann man aus seiner eigenen Äpfln ganz unkompliziert einen gesunden Wein keltern, so wie es unser Großeltern schon praktizierten.

Äpfel sind ein wunderbares Obst. sie gelten als äußerst gesund und schmeckten dazu noch sehr lecker. Genießen kann man die aromatischen Früchte auf vielfältige Weise. Es finden sich Rezepte für süße und herzhafte Zubereitungen, für Säfte und Gelees, für Kuchen und Apfelbrot.

So ist es nicht verwunderlich, dass man in fast jedem Garten einen Apfelbaum sieht.
Die Ausbeute an Äpfeln schwankt von Jahr zu Jahr. So folgen auf gute Erntejahre Zeiträume, mit mageren Erträgen. Hat die Hausfrau oder der Hausmann fleißig vorgesorgt, kann man von den Vorräten aus guten Jahren zehren.

Aktuell war die Ernte außerordentlich gut. So gut, dass ich mit dem Verarbeiten kaum nachkam. Und immer noch warten Äpfel in meiner Vorratskammer darauf, zu leckeren Spezereien verarbeitet zu werden. Das brachte mich auf die Idee, Apfelwein selber zu machen. Etwas, das unsere Großmütter bereits praktizierten. Mein alter Weinballon, der stark angestaubt im Keller sein Dasein fristete, zeugt davon.

Apfelwein selber machen


Als Gerätschaften benötigt man lediglich ein Gärgefäß und einen Gäraufsatz.
Entsprechende Utensilien kann man etwa im Internet beziehen:

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Um Apfelwein herzustellen, ist es notwenig, die Äpfel auszupressen. Es wird lediglich der Saft vergoren.

Zur Herstellung von Apfelwein haben sich inzwischen etliche Verfahren und Vorgehensweisen etabliert. So wird etwa mit Starterkulturen gearbeitet oder es wird Zucker hinzu gesetzt. Doch wer ein ursprüngliches Getränk wünscht, kann auf diese Hilfsmittel im Grunde verzichten.

Meine Vorgehensweise für den Wein-Ansatz


Als erstes wurden die Äpfel gewaschen und für die Saftpresse grob zerkleinert, ohne die Kerngehäuse zu entfernen.
Nach dem Pressen kam der Saft roh in den Gärballon. Anschließend setzte ich den Gäraufsatz auf den Ballon und füllte ihn bis zur Hälfte mit Wasser. So kann kein Sauerstoff in den Ballon gelangen.

Mein Ballon stand die ganze Zeit neben der Heizung, wodurch der Gärprozess gut in Gang kam.

Apfelwein stellt man mit Hilfe eines Gär-Gefäßes her. Üblich ist ein Glasballon mit einem Gär-Aufsatz


Der Gärvorgang


Schon nach wenigen Tagen blubberte das Wasser in meinem Gäraufsatz. Ein gutes Zeichen, bedeutet es doch, dass die Bakterien sich fleißig vermehren und ihre Arbeit tun, also Saft in Wein zu verwandeln.

In dieser Phase ist es wichtig, den Wasserstand des Gäraufsatzes im Auge zu behalten denn durch allzu starke Gasbildung kann es geschehen, dass Wasser verloren geht. Gelangt jedoch Luft in den Ballon, beginnen die Bakterien Essigsäure herzustellen und der Wein wird sauer. Um diesen Prozess zu verlangsamen, könnte man den Weinballon von der Heizquelle wegrücken, was aber in meinem Fall nicht nötig war.
Statt dessen musste ich den Ballon abdecken, wenn ich die Küche lüftete, da sich durch die kurze Abkühlung der Raumluft das Gas im Ballon zusammenzog und es drohte, durch den entstehenden Unterdruck, Luft in das Gärgefäß einzudringen.
Der Gärungsprozess dauerte etwa 14 Tage. Doch auch ohne auf den Kalender zu schauen, wusste ich, dass mein Wein soweit war. Ein untrügliches Zeichen ist das Nachlassen der Gärtätigkeit meiner kleinen Helfer. Bilden sich keine Gase mehr, steigt das Wasser kaum noch im Gäraufsatz und das Geblubber hört auf.

Abfüllen des Apfelweins


Das ist der Zeitpunkt, wo der Wein in Flaschen gefüllt und vom Bodensatz getrennt werden kann. Einige meinen zwar, das wäre unnötig, andere behaupten hingegen, dass der Wein den Geschmack der Hefe annimmt, wenn er im Ballon bleibt. Da ich nicht wollte, dass dies geschieht, habe ich meinen Wein in alte, gründlich gereinigte Weinflaschen umgefüllt, die ich für diesen Zweck bereits gesammelt hatte. Letztendlich bildet sich auch hier ein Bodensatz, denn der Wein ist noch etwas trübe und erst nach einigen Tagen sinken die Schwebstoffe nach unten.

Erste Verkostung meines Apfelweins


Mit meinem ersten selbst gemachten Apfelwein bin ich durchaus zufrieden. Obwohl davon auszugehen ist, dass sein Alkoholgehalt etwa bei 4-5 % liegt, schmeckt er eindeutig wie Wein. Erstaunlicherweise schmecke ich die Äpfel weniger, als erwartet. Allerdings hat mein Apfelwein eine gewisse Säure entwickelt, was mich vermuten lässt, dass es doch etwas Sauerstoff in den Gärballon geschafft hatte.

Gesundheitliche Werte von Apfelwein


Vieles von dem was Äpfel enthalten, findet sich in seinem Wein. So finden sich neben dem moderaten Alkoholgehalt etwa Gallussäure, Katechine, Epikatechine und Quercetin. Diese auch als Polyphenole bekannten Substanzen wirken antioxidativ. Durch den Fermentationsprozess der Hefekulturen steigt ihre Bioverfügbarkeit, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigten. So wird Apfelwein zu einem gesunden Genuss.  

Haltbarkeit von Apfelwein


Apfelwein besitzt einen geringeren Alkoholgehalt als Traubenwein. Ist der Wein fertig, sollte er kühl aufbewahrt und zeitnah verbraucht werden. Wer seinen Wein länger aufbewahren möchte, kommt um eine Behandlung, etwa mit Schwefel wohl nicht herum.

Mein Fazit

Apfelwein selber zu machen geht recht einfach. Geschmackliche Mängel werden durch den Stolz, dies so gut hinbekommen zu haben, vollständig "neutralisiert".
Auf jeden Fall wiederhole ich dieses DIY-Projekt!

Übrigens

Ist der Wein zu sauer geworden und man mag ihn nicht trinken, so kann man den Ansatz dennoch retten. Lässt man den sauren Wein offen stehen, entwickelt er sich zu Apfelessig weiter.