Montag, 25. Juni 2018

Johannisbeerlikör, berauschend gesund

So wird Johannisbeer-Likör zu einem Gesundheitmittel

Die Zeit des Mittsommer beschert uns viele wertvolle Naturgaben. Verschiedene Kräuter haben jetzt die höchste Wirkstoffqualität. Kirschen und Beeren sind herangereift. Zu ihnen zählen die Johannisbeeren. Es gibt rote, weiße und schwarze Sorten. Während die roten und weißen Johannisbeeren gerne frisch genascht werden, ist ihre unscheinbare Schwester, die schwarze Johannisbeeren nicht ganz so begehrt.

Schwarze Beeren mit eigenwilligem Aroma


Schwarze Johannisbeeren besitzen einen ganz eigentümlich würzigen Geschmack, der nicht jedermanns Sache ist. Paradoxer Weise sind sie die gesundheitlich wertvollste Art.
Sie strotzen nur so vor Anthocyanen und Flavonoiden.

Um die weniger attraktiven schwarze Johannisbeeren zu nutzen, erdachte man sich verschiedene Möglichkeiten. Meist werden sie zu Marmeladen oder Gelee verarbeitet, Säfte extrahiert oder unter andere Beerenzubereitungen gemogelt.
Doch sie besitzen auch ihre Anhänger, denen es gerade auf den würzigen Geschmack ankommt und die ihr Aroma pur und unverfälscht genießen.

Schwarze Johannisbeeren, Perlen der Gesundheit


Der gesundheitliche Wert der schwarzen Johannisbeeren ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Ihre Blätter entfalteten als Tee gesundheitliche Wirkungen. Die Beeren wurden zu Sirup oder Mus  verkocht. Einst galten sie unter anderem als probates Mittel gegen Diphterie und Nierenerkrankungen, wie in einem Apothekerbuch des 18.Jh. zu entnehmen ist. Doch ihr an Katzenurin erinnerndes Aroma machte sie nicht zum Star unter den Heilmitteln.

Inzwischen ist die Pflanze gut erforscht. Ständig entdeckt man neue Vorzüge und findet die einstigen Anwendungen teilweise bestätigt.

Likör aus schwarzen Johannisbeeren


Dass schwarze Johannisbeeren durchaus lecker sein können, wird man entdecken, sobald man seinen ersten selbst gemachten Johannisbeer-Likör probiert.

Zubereitung meines Johannisbeer-Likörs

Mein Rezept ist für einen kleinen Ansatz konzipiert, kann aber auch in größere Dimensionen umgerechnet werden.
Im Prinzip richtet ich mich nach dem vorhandenen Ansatzgefäß. Bei mir fasst es 720ml, ein typisches Schraubglas, was ursprünglich mit Erbsen gefüllt war.

Zutaten für den Johannisbeer-Likör

  • 150g Johannisbeeren
  • 70g Zucker
  • 3 Johannisbeer-Blätter
  • Doppelkorn 38% ca 400ml

Für meinen Likör habe ich frische schwarze Johannisbeeren geerntet.
Diese werden gereinigt und abgespült.
Die Beeren kommen als komplette Trauben mit Stiel in das Glas.
Auch ein paar Blätter lege ich mit hinein.
Obenauf kommt Rohrrohzucker, anschließend wird der Trinkalkohol hinein gegossen, bis das Glas voll ist.
Nun benötigt man etwas Geduld. Ich lasse den Ansatz 6-8 Wochen ziehen, danach wird er abgegossen und in eine schöne Flasche gefüllt.

Mein Rezept für einen gesundheitlich wertvollen Fruchtlikör


Welche Vorzüge hat mein Johannisbeer-Likör ?


Johannisbeer-Likör ist ein wohlschmeckende Spirituose, die ihre Liebhaber hat. Wer den Likör "Schwarzer Kater"mag, weiß im Prinzip, was ihn erwartet, ein aromatisch fruchtiger Likör mit einer einzigartig würzigen Note.

Die Beeren besitzen viele antioxidative Inhaltsstoffe, denen zellschützenden Wirkungen zugeschrieben werden. Allen voran das Vitamin C. Schwarze Johannisbeeren sind wahre Vitamin-C-Bomben.
Leider ist dieses wertvolle Vitamin sehr instabil und vergeht im Laufe der Zeit.

Johannisbeer-Blätter, eine ungewöhnliche Zutat


Inzwischen hat man herausgefunden, dass bei Zusatz antioxidativer Wirkstoffe, die Haltbarkeit des Vitamin C verbessert wird.
Hier kommen die Johannisbeerblätter ins Spiel. In der Volksmedizin gelten die Blätter seit je her als hilfreich bei der Behandlung von Rheuma, Halsschmerzen, Geschwüren im Mund und Atemwegserkrankungen.
Wissenschaftler entdeckten nun neben verschiedenen Flavonoiden und ätherischen Ölen eine beträchtliche Menge an vitaminschützenden Antioxidantien. Mit ihrer Hilfe soll das empfindliche Vitamin C im Likör erhalten bleiben. Da die Blätter ebenfalls nach Johannisbeere duften, stört ihre Anwesenheit nicht das Aroma des Getränks.

Ist schwarzer Johannisbeer-Likör gesund?


Ich meine, auf jeden Fall!

Johannisbeer-Likör gilt gemeinhin als Genussmittel, als Spirituose mit Zuckerzusatz. Alkohol und Zucker haben nicht den besten Ruf. Dennoch sollte man berücksichtigen, dass die meisten Tropfen aus der Apotheke ebenfalls einen beträchtlichen Alkoholanteil aufweisen und oft gesüßt sind. Einem Kräuterlikör spricht man üblicherweise ebenfalls positive Wirkungen zu.

So sollte man sich von der fruchtigen Natur des Johannisbeer-Likörs nicht in die Irre führen lassen. Die enthaltenen Beeren und Blätter besitzen unbestritten, gesundheitlich wertvolle Inhaltsstoffe, die man so ganz nebenbei mit aufnimmt.

Fazit: Genussmittel seien eure Heilmittel, hieß es nicht so?





Freitag, 22. Juni 2018

Kwas, erfrischendes Bier aus Brot


In Russland stellt man sehr viel Kwas her

Schon vor einiger Zeit bin ich auf den Brottrunk gestoßen. In Russland, wo er quasi ein Nationalgetränk ist, nennt man ihn Kwas. Diese Bezeichnungen erschienen mir irgendwie unattraktiv, was mich lange davon abhielt, mich näher mit dem Getränk zu befassen.

Inzwischen habe ich das Fermentieren als wunderbar unkomplizierte Zubereitungs- und Konservierungsmethode entdeckt. So dass ich schließlich meine Einstellung zum Kwas änderte.
Früher hat in Russland und wohl nicht nur dort, quasi jeder seinen eigenen Kwas gemacht.

Tradition der Bierherstellung


War es womöglich dieses berauschende Getränk, welches unsere Vorfahren als Bier kannten?
Zumindest kommt es ihm nahe. Schon vor 9000 Jahren kannte man, wie archäologische Funde belegen, die Vergärung von Getreide. In Mitteleuropa ist der früheste Nachweis des Bierbrauens auf etwa 3000 v Chr. datiert. Schon damals würzte man den Getreideansatz mit verschiedensten Kräutern. Sei es um die Haltbarkeit zu erhöhen, wahrscheinlich aber um seine berauschende Wirkung zu verstärken, denn die damaligen Herstellungsmethoden brachten nur einen mäßige Alkoholgehalt hervor.
Im Laufe der Zeit hat sich das Brauen zu einer Handwerkskunst entwickelt, auf die man sich derzeit wieder verstärkt besinnt. Zahlreiche neue Biersorten, so genannte Craftbiere haben den Getränkemarkt erobert.

Mit Brotresten zu Bier


Während die häusliche Zubereitung des einfachen Biers aus Mehl oder Brot in östlichen Ländern oft praktiziert wird, ist sie in Deutschland den Brauereien überlassen. Schaut man sich die mittelalterlichen Rezepte des Kwas an, so entdeckt man, dass zur Herstellung Mehl, nicht wie angenommen Brot verwendet wurde. Die Zubereitung aus Brot kommt daher als einer geniale Resteverwertung gleich, heute betitelt man so etwas als "no waste".



Warum sollte man Brotbier herstellen?


Brotbier ist eine simple Methode ein erfrischendes Getränk selber zu machen. Es schmeckt ähnlich wie Bier. Endlich hat man für die Brotreste eine Alternative zur Biotonne. Der Gesundheitswert des Brotbieres ist unglaublich. Durch die Fermentation werden die Getreidebestandteile aufgeschlossen, Vitamine und Enzyme werden freigesetzt.

Die Verdauung dankt


Der bekannteste Hersteller eines Brottrunks ist die Firma Kanne. Ich stieß auf den Kanne Brottrunk, als ich zur Neurodermitis-Problematik recherchierte. Bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis müssen Betroffene sehr genau schauen, was sie zu sich nehmen. Kanne Brottrunk enthält keinen Alkohol und wird nicht pasteurisiert. Lebende Milchsäure-Bakterien gelten als besonders vorteilhaft für die Verdauung.

Vitamine und Spurenelemente machen Brotbier wertvoll


Auch beim selbst gemachten Kwas oder Brotbier werden diese Organismen nicht abgetötet. Fermentierte und vergorene Lebensmittel gelten schon lange als gesundheitsfördernd. Man vermutet, dass es an diesen Bakterien und der von ihnen produzierten Milchsäure liegt. Obwohl immer wieder bemängelt wird, dass noch kein wissenschaftlicher Beweis für bestimmte Wirkungen existiere, ist unstrittig, das diese Produkte neben den Bakterien jede Menge leicht verdaulicher Nährstoffe und wertvolle Vitamine enthalten. So fand man etwa folgende Inhaltsstoffe:

  • Vitamin B12 - das den Aufbau körpereigener Aminosäuren und die Reifung der roten Blutkörperchen unterstützt
  • Vitamin B6 - wichtig für die Bildung von Serotonin 
  • Selen, wichtig für das Immunsystem 
  • Zink - für viele Stoffwechselprozesse essentiell 
  • Kupfer - hat vielfältige Aufgaben im Körper 
  • Eisen - wichtig für die Blutbildung
  • Mangan - ein Hormonspezialist 
  • Magnesium - kurbelt die Fettverbrennung an und fördert den Muskelaufbau 
  • Kalzium - für Herz und Knochen
  • Vitamin E - antioxidativ, Herz-gesund 

Der Gehalt an Alkohol schwankt je nach Rezept und kann zwischen 05 -2% Alkohol betragen.

Einfaches Kwas-Rezept 


Für die ersten Versuche ist ein simples Rezept immer genau das Richtige. Man benötigt nicht viele Zutaten und alles ist leicht zu bekommen.

Zutaten-Liste:

  • 250 Gramm Roggenbrot (ca. 4 Scheiben) 
  • 100 Gramm Zucker (ca. 1/2 Kaffee-Becher) 
  • 20 Gramm Hefe (1/2 Würfel) 
  • 2 L Wasser
  • 1 Zweig Minze
  • etwa eine Hand voll Rosinen 

Zubereitung des Brotbieres 


Das Brot wird in Scheiben geschnitten und im Ofen geröstet bis es leicht gebräunt und völlig trocken ist. Das Wasser wird erhitzt bis es kocht und über das Brot gegossen. Man kann das geröstete Brot vorher in Stücke brechen, mir ist das allerdings zu hart. Übergießt man die Scheiben mit dem kochendem Wasser werden sie ohnehin weich. So kann ich sie ganz leicht mit einem Holzlöffel zerteilen.



Anschließend wird alles abgedeckt und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag kommt Hefe in etwas lauwarmen Wasser aufgelöst mit Zucker vermischt und der Zweig Minze hinzu. Der Ansatz ruht nochmals 24 Stunden. Nach Ablauf der Zeit wird die Flüssigkeit abgefiltert und in Flaschen gefüllt.
Die Flaschen dürfen nicht ganz voll sein, damit die entstehende Kohlensäure Platz findet. Vor dem Verschließen kommen noch einige Rosinen, so etwa 5-6 hinein.



Flaschengärung


Es wird empfohlen, die Flaschen während der Reifung leicht zu öffnen, doch lässt man genügend Platz, halte ich das für unnötig. Die Flaschen müssen nun mindestens 3 Tage im Keller oder im Kühlschrank reifen. Danach ist das Brotbier fertig. Beim Flaschenöffnen sollte man nun vorsichtig sein, genau wie bei Bier oder Sekt.
Den Bodensatz kann man übrigens statt neuer Hefe für den nächsten Ansatz weiterverwenden.



Wie Kwas schmeckt 


Der Geschmack von Kwas variiert je nach verwendeter Brotsorte. Da ich vorwiegend Roggenmischbrot im Haus habe, ist mein Brotbier eher heller und milder. Das brachte mich auf den Gedanken, ihn mit Waldmeister-Sirup zu verfeinern, ähnlich, wie man es mit der "Berliner Weißen" macht. Ich finde die Kombination sehr lecker, war aber über die erzeugte Rauschwirkung sehr erstaunt. Echter Waldmeister ist ja bekanntlich eine Rauschpflanze, ebenso wie Hopfen, der traditionell unter den Brausaft gemischt wird.
Doch auch ohne weitere Zusätze ist Kwas ein erfrischend anregendes Getränk.

Wohl bekomms!