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Eisenkraut-Wein ein gesunder Genuss

Eisenkraut (Verbena officinalis), auch bekannt als Echtes Eisenkraut, ist eine seit Jahrhunderten in der Volksmedizin geschätzte Heilpflanze. Besonders bei mentaler Belastung, Stress und Überarbeitung wird sie traditionell eingesetzt, um das Nervensystem zu stärken, Entspannung zu fördern und die Regeneration zu unterstützen. Eine interessante und historische Zubereitungsform ist der Eisenkraut-Wein, der heute wieder an Bedeutung gewinnt – sowohl als Hausmittel als auch als aromatischer Kräuterwein.


Eisenkraut (Verbena officinalis) – Pflanze und Wirkung

Eisenkraut ist ein wild wachsendes Kraut, das in Europa heimisch ist. Es zeichnet sich durch seine beruhigenden und nervenstärkenden Eigenschaften aus, die vor allem bei Stress, Überarbeitung und nervöser Erschöpfung zum Tragen kommen.

Beruhigend und entspannend: Eisenkraut wirkt sedierend und angstlösend, indem es den GABA-Rezeptor im Gehirn beeinflusst, der für die Regulation von Angst und Stress verantwortlich ist. Es kann Ängste lindern, die Stimmung heben und Schlafstörungen, die durch Stress verursacht werden, verbessern.

Stärkung des Nervensystems: Als Tonikum unterstützt es die Regeneration nach geistiger Überlastung, reduziert nervöse Schwäche und kann die Konzentration unter Druck verbessern.

Weitere Vorteile: Traditionell wird Eisenkraut auch bei Spannungszuständen, seelischer Erschöpfung und nervös bedingten Schlafstörungen eingesetzt. Neuere Studien deuten auf eine leistungssteigernde Wirkung hin, ohne die Nebenwirkungen synthetischer Medikamente.

Wichtig:

Die meisten Wirkungen basieren auf traditionellem Wissen und vorläufigen Studien. Eisenkraut ersetzt keinen Arztbesuch bei ernsthaften Beschwerden.




Eisenkraut-Wein – für Nerven aus Stahl

Seit dem Mittelalter wird Eisenkraut in Wein eingelegt, um die Wirkstoffe zu extrahieren und ein nervenstärkendes sowie verdauungsförderndes Mittel herzustellen. Berühmte Heilkundige wie Hildegard von Bingen und Pfarrer Künzle empfahlen Eisenkraut-Wein bei Nervenschmerzen, Erkältungen, Kopfschmerzen und anderen Beschwerden.

Pfarrer Künzle lobte den Eisenkraut-Wein als hervorragendes Hausmittel bei Nervenschmerzen, Kopfweh, Husten, Asthma, Grippe sowie Nieren- und Gallensteinen. Traditionelle Kräuter galten als tonisierend und beruhigend, ohne starke Nebenwirkungen.

Wirkstoffextraktion: Das Kraut wird im Wein extrahiert. Dadurch gewinnt man Wirkstoffe wie Verbenalin, die entzündungshemmend wirken.

Reifezeit: Nach 5–7 Tagen Ziehzeit im Dunkeln und Kühlen, mit gelegentlichem Schütteln, entfaltet der Wein seine Wirkung. Eine längere Reifezeit mildert den Geschmack.

Eisenkraut-Wein schmeckt bitter. Mit Zucker wird er milder und angenehmer.

Anwendung: 1–2 Gläser (50–100 ml) täglich, z. B. abends zur Entschleunigung und Entspannung.


Wie kann ich einen aromatischen Eisenkrautwein selber machen?

Ein Rezeptvorschlag:

20 g frisches oder getrocknetes Eisenkraut (Blätter und Blüten)

1 Liter trockener Weißwein (z. B. Riesling)

Optional 50–100 g Zucker für Süße


Zubereitung

Das Kraut waschen und leicht zerreiben.

In eine Flasche geben und mit Wein übergießen.

5–7 Tage kühl und dunkel ziehen lassen, täglich schütteln.

Abseihen und ggf. weitere 1–2 Wochen reifen lassen.


Abgrenzung: Echtes Eisenkraut vs. Zitronenverbene

Ein häufiger Irrtum besteht in der Verwechslung von Verbena officinalis (Echtes Eisenkraut) mit der Zitronenverbene (Aloysia citrodora). Beide gehören zur Familie der Eisenkrautgewächse, sind aber botanisch und geschmacklich unterschiedlich:







Im Handel wird Zitronenverbene oft fälschlich als „duftendes Eisenkraut“ verkauft, was zu Verwirrung führt. Für die beschriebenen Wirkungen und den Eisenkraut-Wein ist ausschließlich Verbena officinalis relevant.

Sicherheit und Nebenwirkungen von Verbena officinalis

Eisenkraut ist in üblichen Dosen gut verträglich und ungiftig. Mögliche Nebenwirkungen sind selten und meist mild, z. B. leichte Magenbeschwerden. In hohen Dosen, insbesondere als ätherisches Öl, kann es reizend wirken.

Wichtige Hinweise:

Nicht mit Beruhigungsmitteln kombinieren ohne ärztlichen Rat.

Schwangere und Stillende sollten Eisenkraut meiden, da es Wehen fördern kann.

Nur sauberes, ungespritztes Kraut verwenden.

Bei anhaltenden Beschwerden immer einen Arzt konsultieren.

Warum man dieses alte Hausmittel unbedingt einmal probieren sollte

Eisenkraut-Wein ist ein traditionelles, natürliches Hausmittel mit einer langen Geschichte als nervenstärkendes und beruhigendes Getränk. Es bietet eine sanfte Unterstützung bei Stress, Überarbeitung und nervöser Erschöpfung. Die Zubereitung ist einfach und kann individuell angepasst werden. Trotz positiver Erfahrungsberichte sollte man die Anwendung mit gesundem Menschenverstand und Vorsicht angehen und bei ernsthaften Beschwerden ärztlichen Rat einholen.



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