Direkt zum Hauptbereich

Japanischer Staudenknöterich, leckere Rezepte mit einer gesunden Gemüsepflanze

Leckerer Rezepte aus einem unterschätzten Gemüse

Wächst  irgendwo Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica), werden oft schwere Geschütze aufgefahren. Der Invasor wird mit allem was das Chemie-Arsenal hergibt bekämpft. Und ja, er ist tatsächlich sehr wüchsig. Seine Ausläufer graben sich oft mehrere Meter durch die Erde um an überraschenden Stellen erneut hervorzubrechen. Doch es gibt eine bessere Art die exotische Pflanze in Schach zu halten, man kann sie einfach verzehren.

Staudenknöterich fermentieren


Vor kurzem habe ich ein neues Rezept mit Japanischem Staudenknöterich entdeckt. Bisher hatte ich den Knöterich zubereitet wie Rhabarber, doch da empfinde ich ihn als etwas zu schleimig.
Ich hörte nun, dass man ihn in Japan 10 Tage in Quellwasser einlegt. Insgesamt gab es keine genauere Beschreibung. Doch mir ist bekannt, dass man in Asien vieles milchsauer fermentiert.

Das Fermentieren hat außerdem den Vorteil, dass die in der Pflanze enthaltene Oxalsäure reduziert wird.

Und so habe ich Itadori milchsauer fermentiert


Die jungen Schösslinge werden dazu geputzt und über Nacht gewässert. Am nächsten Tag legt man sie in Salzwasser (50g auf 1l) ein, genau wie Salzgurken. Die Schösslinge sollen nun 10 Tage einweichen. Analog zu den Gurken, kamen sie dazu an eine kühlen Ort.
Das Ergebnis ist tatsächlich sehr lecker.

Japanischen Staudenknöterich sauer einlegen


Wer nicht warten mag, kann die Schößlinge auch sauer einlegen, wie Mixed Pickles. Und auch das Säuern bietet den Vorteil, dass die enthaltene Oxalsäure reduziert wird.

Das Rezept


Benötigt werden:

1 Tasse Wasser
1 Tasse Apfelessig
1 Esslöffel Salz
2 Esslöffel Zucker
1-3 getrocknete Chilies
3 geschälte Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer
1-2 Tassen Knöterich, in Stücken geschnitten

Zubereitung der Mixed Pickles


Staudenknöterich wird geputzt und gewässert


Der Knöterich wird ebenso wie beim Fermentieren beschrieben, bereits einen Tag vorher geputzt und gewässert.

Tags darauf mischt man in einem Kochtopf das Wasser, Apfelessig, Salz und Zucker. Bei mittlerer Hitze soll die Lake 2 - 3 Minuten köcheln, danach kann sie abkühlen.

Während die Mischung abkühlt, zerteilt man die Schösslinge, füllt Knoblauch, Chili, Ingwer in ein ausreichend großes Glas, gibt den zerteilten Knöterich hinzu und gießt den eventuell noch warmen Sud darüber.
Das Glas wird verschlossen und kommt vollständig abgekühlt in den Kühlschrank. Nach 24 Stunden, kann man den durchgezogenen Knöterich bereits probieren, aber nach 48 Stunden schmeckt das eingelegte Gemüse noch besser.

Die Knöterich-Pickles halten etwa 3 bis 4 Wochen im Kühlschrank.

Nutzung des Japanischen Staudenknöterichs als Nahrungspflanze


Der Staudenknöterich wir in seiner Heimat Japan als Gemüse sehr geschätzt. Durch das Wässern, Fermentieren und sauer Einlegen kann ein Teil der Oxalsäure zwar neutralisiert werden. Doch wegen der möglicherweise noch darin verbliebenen Oxalsäure sollten empfindliche Menschen, etwa mit rheumatischen Erkrankungen, keine großen Mengen essen.

Neben Vitaminen und Mineralstoffen enthält die Pflanze in allen Teilen den sekundären Pflanzenstoff trans-Resveratrol, der zahlreiche therapeutische Nutzwirkungen besitzt. Resveratrol wirkt etwa als Phytoöstrogen. Unter anderem sagt man dieser Substanz positive Effekte auf die Lebenserwartung nach.
Wegen seiner gesundheitlichen Wirkungen gilt der Japanische Staudenknöterich seiner Heimat schon lange als wertvoll und heilkräftig.

Und das Beste: er ist überraschend lecker!




Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Schwedenbitter, das Wunderelixier

Zu einer schönen Feier gehört ein festliches Essen. Als energiereiche Nahrung noch erlegt werden musste, kam rare Kost nur zu besonderen Anlässen auf den Tisch.
Gutes Essen hat besonders an Weihnachten und Ostern, an Geburtstagen und Hochzeiten Tradition. Doch oft fühlt man sich nach ausgedehnten Festgelagen unwohl. Fette Speisen und üppige Portionen bringen die Verdauung an ihre Grenzen.

Man entdeckte zum Glück, dass verschiedene Kräuter geeignet sind, um der Verdauung auf die Sprünge zu helfen. Einige von ihnen sind extrem bitter. Allen voran der Wermut. Für mich ist er das bitterste Kraut, das ich je kennenlernte.
Sennesblätter mit ihren abführenden Eigenschaften kommen oft in Rezepturen gegen Verstopfung zum Einsatz.

Kräutertee und Kräuterschnaps
Um die Verdauung anzuregen, empfiehlt sich nach einem guten Essen traditionell ein Kräuterschnaps. Wer keinen Alkohol trinkt, kann auch einen entsprechenden Tee einnehmen.
Selbstgemachtes liegt ja im Trend. Auch einen Verdauungstrunk herz…

Öl von Japanischem Staudenknöterich

Der Japanische Staudenknöterich ist eine nicht heimische Pflanze, die sich inzwischen stark ausgebreitet hat und an vielen Orten zu finden ist. Oft siedelt er sich in der Nähe von Gewässern und an schattigen Waldrändern an.

Japanischer Staudenknöterich, ein aggressiver Neophyt
In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet findet er sich vor allem auf vulkanischem Gestein. Und es ist klar, eine Pflanze, die in der Lage ist dort Wurzeln zu schlagen besitzt besondere Wachstumseigenschaften. Und so macht es dem Japanischen Staudenknöterich nichts aus, wenn er in unserer stark verbauten Welt auf steinerne Hindernisse stößt. Es ist wohl seine gefürchtetste Eigenschaft, Mauerwerk durchdringen zu können. Findet er optimale Wachstumsbedingungen vor, verbreitet er sich unheimlich schnell und verdrängt angestammte Pflanzen.
So ist es kein Wunder, dass er inzwischen sehr oft in der Natur zu finden ist.

Nach dem man nun erkennen musste, dass die Ansiedlung bei uns ein Fehler war, begann man den Knöter…

Mai-Trunk, aromatisches Getränk mit langer Tradition

Zu den beliebtesten Getränken des Frühjahrs zählt die aromatische Mai-Bowle. Wein, Sekt und Waldmeister-Aroma sind ihre Hauptbestandteile. Während man sie heute als geistiges Getränk mit wunderbarem Geschmack schätzt, kannte man den Mai-Wein einst als stärkenden Trank. Die berauschende Komponente war neben den würzenden Eigenschaften sicher eine erwünschte Wirkung des Waldmeisters.

Waldmeister, die Heilpflanze
In alter Zeit galt Waldmeister als wichtiges Heilkraut. Traditionell nutzte man seine schlafförderne Wirkung, schätzte seine positive Wirkung auf die Verdauung und schrieb ihm wundheilende Kräfte zu.
Die Rauschwirkung prädestinierte Waldmeister geradezu als Beigabe für alkoholische Getränke. Schon die Kelten sollen ihn in dieser Weise genutzt haben.
Alte Aufzeichnungen des frühen Mittelalters belegen, das man Frühlingskräuter verwandte um Wein bekömmlicher zu machen. Zu ihnen zählte neben Waldmeister meist Gundermann, Erdbeerblätter und die Blätter der schwarzen Johannisbeere.